Was macht eine Doula?

Viola Keeve berichtet in der Zeitschrift ELTERN über die Vertraute im Kreißsaal

Viola Keeve interviewte unsere Autorin Melanie Schöne darüber was eine Doula ist und was sie nicht ist. Ihr Artikel erschien in der März-Ausgabe 2012 der Zeitschrift „Eltern” und fasst gelungen zusammen, was eine Doula macht, woher diese Art von Geburtsbegleitung kommt und aus welchen Gründen sie sinnvoll ist.

Schwanger Bauch Herzen Hände

Eine Doula ist...

eine professionelle Geburtsbegleiterin, die keine medizinische Ausbildung hat, sondern geschult ist in Kommunikations- und Entspannungstechniken. Die Idee der Doula (altgriechisch für Dienerin) beruht auf einer alten Tradition: eine Frau, die schon ein Kind bekommen hat, begleitet eine werdende Mutter bei der Geburt und will sie für die Mutter – und den Vater – so sicher, angstfrei, natürlich, selbstbestimmt wie möglich gestalten. Weltweit gibt es rund 7000 Doulas, in Deutschland 120.

Sie ist keine...
Hebamme, keine Ärztin. Sie kann nichts verschreiben, keine Diagnose stellen, nichts anordnen. Melanie Schöne, Vorsitzende der „Doulas in Deutschland”: „Sie ist vor allem dazu da, Gebärenden Mut zu machen, weil die Mütter am besten wissen, was für sie und ihr Kind gut ist.” Doulas sind also Vertraute im Kreißsaal, aber kein Freundinnen- oder Partnerersatz.

Der gegenwärtige Trend...
kommt aus den USA. Dort gibt es im Kreißsaal kaum noch Hebammen, nur Ärzte und Schwestern. Eine Doula füllt oft diese Lücke, kann sich anders als das medizinische Personal auf die Gebärende einlassen, sie bemuttern und ermutigen, die Geburt aktiv zu gestalten. Im Englischen heißt es „mothering the mother”.

Eine gute Doula kann...
die Entbindung erleichtern. Das haben Studien der US-Ärzte Kennell und Klaus schon in den 70er-Jahren gezeigt: Frauen, die eine Doula an ihrer Seite haben, brauchen oft weniger wehenfördernde und schmerzstillende Mittel, die Geburt verkürzt sich in vielen Fällen deutlich, die Zahl der Eingriffe mit Zange oder Saugglocke bzw. der Kaiserschnitte verringert sich um bis zu 50 Prozent.

Die Kosten...
werden von den Krankenkassen nicht übernommen. Das Erstgespräch allerdings ist meist gratis und sehr wichtig, um zu sehen, ob die Chemie stimmt. 400 bis 600 Euro berechnet eine Doula für die Geburtsbegleitung, dazu gehören oft drei Vortreffen, 14tägige Rufbereitschaft vor und nach Geburtstermin. Oft kommen Doulas bei den ersten Wehen und sind während der ganzen Geburt dabei. Für Frauen in schwierigen finanziellen Verhältnissen kann der Verein „Doulas in Deutschland e.V“ die Kosten tragen.

Doula werden kann...
wer geboren hat, zuverlässig, körperlich und seelisch belastbar ist. „Eine gewisse Reife sollte die Geburtsbegleiterin mitbringen”, sagt Melanie Schöne von „Doulas in Deutschland“, die mit dem Verband „Dona International“ Doulas an drei Wochenenden (920 Euro) ausbildet. Bei der Gesellschaft für Geburtsvorbereitung in Berlin kostet die Ausbildung 2100 Euro, Mindestalter: 30 Jahre. „Viele Doulas sind um die 40, manche sogar 60, die mütterlichen werden am häufigsten gebucht“, sagt Melanie Schöne. Leben könne man davon nicht, für sie selbst ist es eine „Herzensangelegenheit“.

Weitere Informationen zum Thema:

Viola Keeve veröffentlichte den Artikel in der März-Ausgabe 2012 der Zeitschrift Eltern.
Wir danken der Eltern-Redaktion für die Abdruckgenehmigung.

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Alle Rechte vorbehalten. ELTERN/Viola Keeve