Elisha Goldstein

Technische Unterstützung für die hoffnungslos Verbundenen

Wie digitale Geräte Achtsamkeit unterstützen können
Technische Unterstützung für die hoffnungslos Verbundenen: Laptop

So gern wir unserer Technologie auch oft entkommen möchten, die Anforderungen unserer Arbeitsaufgaben lassen uns oft keine Wahl. Elisha Goldstein gibt uns Ratschläge, wie wir unsere digitalen Geräte verwenden können, um uns in unserer Achtsamkeitspraxis zu unterstützen.

Mit dem Artikel Ist es Zeit, den Stecker zu ziehen? wollte ich sagen, dass es in unserer Kultur zu viele Dinge gibt, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten können. Und wenn wir all diese Möglichkeiten missbrauchen, können wir übermäßig mit technischen Geräten und dem Internet verbunden sein, was wiederum zu mentalem und körperlichem Leiden führt. Was aber tun wir, wenn unsere Arbeitsaufgaben von uns verlangen, dass wir mit der Technik verbunden bleiben?

Zunächst sollten wir genauer untersuchen, wie wir mit Technologie umgehen. Manchmal sind wir fokussiert und müssen bestimmte Aufgaben erledigen und arbeiten uns schnell durch unsere Emails. Dann wieder müssen wir zu einem Thema recherchieren und suchen im Netz nach Inhalten und Quellen. Das ist eine effektive Verwendung unserer Aufmerksamkeit.

Wenn wir "den Stecker ziehen wollen"

Aber manchmal fühlen wir uns auch durch gigantische Projekte überwältigt und wir nutzen Technologie als Ablenkung oder um Zeit "totzuschlagen". Vielleicht fangen wir an, unwichtige Emails zu beantworten oder surfen im Internet, um uns zu unterhalten. Das können wir als einen ablenkenden oder verschwendeten Bereich der Aufmerksamkeit bezeichnen.

Was können wir also tun, wenn wir wirklich das Gefühl haben, dass wir "den Stecker ziehen wollen", es aber nicht können, weil unsere Arbeit von uns verlangt, dass wir "verbunden bleiben".

Email-Meditation

In meinem Buch "The Now Effect", das 2012 erscheint, gibt es ein Kapitel, das sich damit beschäftigt, wie wir mit der Technologie am Arbeitsplatz mit Gewahrsein umgehen können. Darin stelle ich eine Email-Meditation vor. Dabei geht es einfach darum, eine bestimmte Zeit – 10, 20, 30 oder 60 Minuten damit zu verbringen, die Emails zum Objekt deiner Meditation zu machen. Wenn dein Verstand in ablenkende und verschwendete Bereiche der Aufmerksamkeit abschweift, bemerkst du es und bringst deine Aufmerksamkeit sanft zu den Emails zurück. Mit anderen Worten, so wie du dich in einer Atemmeditation auf den Atem fokussierst, so ersetzt du hier den Atem mit den Emails.

Apps für Achtsamkeit am Arbeitsplatz

Wir haben vor Kurzem mit einem Pilotprojekt für ein Smartphone-App für Achtsamkeit am Arbeitsplatz begonnen, wobei man durch kurze Lehrinhalte und Übungen geleitet wird (5 Minuten), um Stress zu reduzieren und Achtsamkeit und Fokus bei der Arbeit zu stärken. Dabei kannst du auch erkennen, wie oft du dich in ablenkenden und verschwendeten Bereichen der Aufmerksamkeit wiederfindest. Die App zeichnet auf, wie du dich zusammen mit den anderen dabei entwickelst. Und es gibt auch andere Apps für Meditation, aus denen man auswählen kann.

Virtuellen Gong herunterladen

Du kannst dir kostenlose Timer für die Meditation herunterladen, die es dir ermöglichen, für eine Zeit innezuhalten und für 5 bis 30 Minuten zu meditieren.

Wir müssen uns nicht immer von unseren digitalen Geräten trennen, um Achtsamkeit zu üben. Wir können sie nutzen, um uns in unserer Praxis zu unterstützen.

Nimm dir einen Tag oder eine Woche Zeit, um einige dieser Möglichkeiten auszuprobieren. Achte auf deine Erfahrung dabei. Letztendlich ist deine eigene Erfahrung dein bester Lehrer.

 

Dieser Artikel stammt von Elisha Goldstein. Er wurde erstmals im Online-Magazin mindful.org unter dem Titel Tech Support for the Hopelessly Connected veröffentlicht. Wir danken dem Autor für die Abdruckgenehmigung. Übersetzung: Mike Kauschke

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