Ein Wort zum Papier...

Sie mögen lächeln, wenn wir tapfer unsere Bücher auf Altpapier drucken, doch die zerstörerischen Folgen verlegerischen Handelns sind immens.

Noch immer wird neues Papier (ganz gleich ob Buchdruckpapier, Schreibpapier oder Klopapier) zu einem beachtlichen Anteil aus Materialien hergestellt, die den letzten Urwäldern dieser Erde entstammen. Vor allem aus den Urwäldern in den nordischen Ländern Europas, in Russland und in Osteuropa.
Tonnenweise haben auch wir vom Arbor Verlag mehr als zehn Jahre lang Material eingesetzt, das aus ebenjenen Rohstoffen gewonnen wird. Nun haben wir unsere Produktion komplett umgekrempelt.

Alles begann mit unserem Briefpapier,
das eigentlich doch auch aus Altpapier bestehen könnte?! Dann dachten wir über die Briefhüllen nach, unseren Stromverbrauch im Verlag und schließlich landeten wir bei unserem größten Materialverbrauchern: Den Büchern.

Mittlerweile setzen wir für den Druck unserer Buchseiten ausschließlich Altpapier ein. Die Umschläge unserer Taschenbücher bestehen ausschließlich aus Materialien, die das FSC-Prüfsiegel* aufweisen. Probleme haben wir noch, geeignete Materialien für die Überzüge und Schutzumschläge von Pappbänden zu finden. Hier sind wir noch auf der Suche.

Und mittlerweile sind wir stolz, dass auch alle unsere Werbemittel ausschließlich auf Altpapier gedruckt werden. Nur Postkarten werden noch auf Neumaterial gefertigt. Allerdings auch hier nur auf FSC-zertifiziertem* Material.

Was sich einfach anhört, ist in der Verlagsrealität harte Arbeit.
Mehr als zwei Jahre lang haben wir Materialien gesichtet, uns fortgebildet, wohlklingende Prüfsiegel gesichtet (von denen die meisten reine Mogelpackungen sind). In einem zweiten Arbeitsschritt wurden die Materialien dann von uns und der Druckerei getestet und auf ihre Einsetzbarkeit hin befragt.
So vergeht in der Regel ein Jahr oder mehr, bis wir einen Bestandteil eines Buches durch einen umweltverträglicheren ersetzen können. Das Fachwissen bei Papierverkäufern und in den Druckereien in Bezug auf umweltverträgliche Materialien ist in der Regel sehr begrenzt, zumal angesichts der wirtschaflich schweren Zeiten das Interesse der Firmen an Umweltfragen sehr zurückgegangen ist.

Hervorragende Informationen zur Abholzung der letzten Urwälder für die Buchproduktion finden Sie übrigens bei Greenpeace. Wir haben Ihnen die Broschüren Der Weg des Papiers: vom Urwald bis zum Buch und Recyclingpapier statt Umweltzerstörung zu Ihrer Information anbei im PDF-Format bereitgestellt.

Zum Schluss wollen wir noch mit zwei tiefsitzenden Vorurteilen aufräumen
Sie mögen denken, dass die Qualität der Bücher eine schlechtere ist, da es sich um Altpapier handelt. Falsch. In seinen Eigenschaften sind die von uns eingesetzten Materialien gleich gut oder sogar besser als die üblicherweise im Buchdruck eingesetzten Materialien.
Sie mögen gehört haben, dass auch die Umweltbelastung für die Herstellung des Altpapiers enorm ist. Diese Behauptung kann man getrost in das Reich der modernen Mythen verweisen. Speziell in den vergangenen 5 bis 10 Jahren sind derart viele neue Ideen in die Herstellungsabläufe von Altpapier geflossen, dass Altpapier weitaus umweltschonender hergestellt werden kann, als Material aus Frischfaserrn.
Speziell die Papiermühle dalum in Dänemark, mitinitiiert vom ehemaligen dänischen Umweltminister, spielt in diesem Bereich eine wichtige Vorreiterrolle.



* Mittlerweile gibt es, initiiert von Umweltverbänden und Greenpeace, verlässliche und am Ursprungsort nachgeprüfte Zertifizierungsverfahren, die über die Herkunft der eingesetzen Materialien informieren. Das wichtigste und schärfste Prüfsiegel für weitgehend unbedenkliche Materialien ist das FSC-Siegel.

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