25 Jahre Achtsamkeit

Wir haben ein unübersehbares Anliegen – uns geht es vor allem um Wege der Achtsamkeit. Wenn Sie das Programm des Arbor Verlags in den letzten Jahren verfolgt haben, dann wissen Sie das bereits. Doch kann es sich ein Verlag leisten, sich so umfassend einem Thema zu widmen?

Ohne Umschweife, ohne Kompromisse? Noch vor einem Jahr habe ich Lienhard Valentin, unseren für das Programm verantwortlichen Verleger gefragt, ob das Thema Achtsamkeit nicht langsam zu stark im Vordergrund steht.

Wir können nicht anders

Um es kurz zu machen: Wir können gar nicht anders.
Das verstehen Sie nicht? Also gut, lassen Sie mich an diesem Beispiel das produktive Spannungsfeld schildern, in dem wir verlegerisch tätig sind.

Wege der Achtsamkeit auch verlegerisch zu beschreiten stellt uns vor ein Dilemma: Bissige, überspitzte und provokante Buchtitel und Werbebotschaften sind im Buchhandel oftmals überlebensnotwendig. Sie erlauben es den Verlagen, mit ihren neuen Titeln im Konzert der jährlich rund 100.000 Neuerscheinungen gehört und wahrgenommen zu werden. Am Ende sollen die gedruckten Bücher verkauft werden, auch der Umsatz muss stimmen. Doch das schrille Herumhantieren mit plakativen Botschaften ist ganz und gar nicht geeignet, den Gehalt der Praxis der Achtsamkeit zu vermitteln. Mehr noch, es führt den Inhalt, um den es uns doch geht, ad absurdum.
Also kehren wir tagtäglich erneut zu unserem Ursprung zurück: Wir produzieren, woran wir glauben. Und sonst nichts. Und kommunizieren es in unserer Sprache, in der Sprache, die uns auf Wegen der Achtsamkeit als angemessen erscheint – wollen wir doch mal sehen, ob sich unsere Bücher nicht zuletzt aufgrund ihres Gehalts durchsetzen. Denn warum sonst sollten wir sie publizieren?

Das alles auf die Gefahr hin, dass wir nicht selten, wie Verleger alten Schlages, am Ende mit den Gewinnen aus dem Verkauf eines gut laufenden Buches das Erscheinen sechs weiterer Bücher möglich machen, die sich finanziell nicht selbst tragen. Hier im Verlag nennen wir die derart quersubventionierten Titel „Dharmaprojekte“ und freuen uns über die Freiheit, so sehr mit wachem Herz und klarem Geist bei der Sache bleiben zu können und dennoch am Ende des Monats erneut auch unseren Lebensunterhalt bestritten zu haben.

Mit wachem Herz und klarem Geist

Doch dass es den Arbor Verlag gibt und dass er langsam, ganz langsam wächst, verdanken wir vor allem Ihnen: unseren engagierten Leserinnen und Lesern. Sie sind es, die sich beharrlich auf die Spur unserer Bücher setzen und unsere Bücher selbst dann noch wollen, wenn sie in der Buchhandlung nicht aufzufinden sind. Und Sie sind es, die Freunden, Verwandten und Bekannten zu dem einen oder anderen Titel aus unserem Programm raten. Vielen Dank für diese wertvolle Unterstützung, ohne die es Arbor schon lange nicht mehr gäbe!
Und vielen Dank an die wenigen verbliebenen hochengagierten Buchhändler, deren Namen und Buchhandlungen wir alle einzeln kennen und die uns nicht minder engagiert zur Seite stehen.

Und wenn mich dann doch mal wieder eine kleine Unruhe überkommt, da ich zum -zigsten Male das Wort Achtsamkeit im Arbor Verlag aufscheinen sehe, so erinnere ich mich an den großen Rahmen, in dem unser Tun steht:
Wenn es buddhistischen Praktizierenden gegeben war, für 2.500 Jahre das Erbe der Achtsamkeitspraxis in unverbrüchlicher Linie von Generation zu Generation zu tragen, so kann es keinesfalls schaden, wenn auch wir – zumindest für noch einige weitere Jahrzehnte – beim Thema bleiben.

In diesem Sinne würden wir uns freuen, wenn unsere Bücher auch weiterhin Ihr Interesse finden!

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