Sich dem Glück zuwenden

Das Glück der Mutter beeinflusst das Wesen des Kindes

Das Leuchten in den Augen der Mutter gibt dem Kind die Bestätigung, dass es in Ordnung ist – es weiß intuitiv, dass sein Dasein für andere angenehm ist, dass es als Quelle der Freude wirkt. Diese Erkenntnis der frühen Säuglingsforschung gehört nun schon zum „Allgemeingut“. Nicht das, was die Mutter tut, macht das Kind glücklich, sondern, wenn sie selbst einfach Glück ausstrahlt, also glücklich ist.

sich dem Glück d.h. Kind zuwenden

© Simone Flatz

Aus der neueren Gehirnforschung weiß man um die Spiegelneuronen, die es uns – ohne unser Zutun – ermöglichen, den emotionalen Zustand, der im Gehirn unseres Gegenübers abgebildet ist, zu erkennen. Bei Säuglingen scheint es nun so, dass sie den Zustand der Mutter verinnerlichen und speichern und bereits unmittelbar nach der Geburt die Muster der mütterlichen Gefühlzustände übernehmen.

Es gibt eine Vermutung von Seiten der Depressionsforschung, dass hier schon Ursachen für spätere missliche Gefühlszustände bei pubertierenden Jugendlichen liegen könnten. Weitere Forschungen hierzu könnten sicher von pädagogischem und psychohygienischem Interesse sein. Insofern wäre auch für Mütter nach der Geburt mehr Sorge nötig und sinnvoll, so dass sie mehr Unterstützung dabei hätten, sich ihrem Glück zuzuwenden und diesem Raum zu geben.

Eine Lebensgestaltung mit Glücksmöglichkeit

Das Glück der Mutter induziert ein positives Lebensgefühl bei Kindern jeden Alters und in kritischen Wachstums- und Übergangszeiten, wie z. B. der Pubertät, ist es besonders hilfreich für die innere Orientierung des Kindes: Das Kind kann das Glücksmuster verinnerlichen, das für die eigene Lebensgestaltung dienlich ist. Eine Ursache für Rebellionen an dieser Stelle ist sicherlich der Unwille, genauso „blöd“ werden zu sollen wie ein Erwachsener, dessen Lebensgestaltung zu wenig Glücksmöglichkeiten enthält – da muss protestiert werden und manchmal vorsorglich gegen alles, und zwar aus reinem Selbstschutz!

So ist auch die konstruktive Wirkung des früher häufig propagierten „guten Vorbilds“  oder von „Heldenfiguren“ leichter zu verstehen. Wie auch immer die Lebensgestaltung und die Glücks- oder Unglücksmuster der Eltern waren, durch Kultivierung des Bewusstseins, was mit steigendem Alter auch leichter möglich wird – also auch bei Heranwachsenden –, können Kinder Wege erlernen, negative Muster zu überwinden und konstruktivere in ihre eigene Lebensgestaltung zu integrieren.

Erschienen in der Zeitschrift "Mit Kindern wachsen", Ausgabe:

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