Orientierungspunkte für's Elternsein

Acht Eigenschaften die Ihnen und Ihren Kindern helfen können

Ich bin oft gefragt worden, welche Eigenschaften gute Eltern haben sollten. Ich halte Optimismus für eine gute Eigenschaft. Vertrauen in sich selbst ist auch wichtig. Wenn ein Vater oder eine Mutter einmal versagt oder einen Fehler macht, können sie sagen: „Das nächste Mal gebe ich mir mehr Mühe oder passe besser auf.“ Es ist hilfreich auf natürliche Weise optimistisch zu sein, ohne dabei nachlässig oder gedankenlos zu werden.
Aber niemand ist immer ein idealer Vater oder eine ideale Mutter.

Mutter Kind Elternsein Orientierung

Eltern werden müde, regen sich auf und sind frustriert. Im wirklichen Leben passieren Fehler. Menschen werden ärgerlich, manchmal zu Unrecht. Die Begegnung mit der Echtheit der Eltern, ob in der Form einer negativen oder einer positiven Emotion, bereitet ein Kind auf das Leben vor. Ist das Leben fair? Manchmal nicht. Sie müssen dann Frieden schließen und weitergehen. Seien Sie mit Ihrem Kind aufrichtig. Es ist in Ordnung zu sagen: „Ich bin gerade müde. Ich höre dir zu, aber ich bin müde.“ Das lehrt ein Kind Realität.

Sie müssen auch auf Ihre eigenen Bedürfnisse hören. So werden Sie ihm helfen, auf seine zu hören. Die folgenden Vorschläge bieten Orientierungspunkte dafür, wie Sie Ihre Aufgabe als Eltern gut erfüllen können:

1. Fühlen Sie sich sicher, aber werden Sie nicht rigide

Eltern, die sich sicher fühlen und deren eigene Bedürfnisse befriedigt sind, können sich besser entspannen. Sie fühlen sich flexibler und sind besser in der Lage mit ihrem Kind umzugehen. Mit Flexibilität kann man mit jeder Lebenssituation besser fertig werden als mit Rigidität. Ihr Kind verändert sich jeden Tag ein bisschen. Wenn Sie auf die Wochen, Monate und Jahre des Elternseins zurückschauen, dann kommt es Ihnen so vor, als wäre die Zeit verflogen. Kinder
wachsen schnell. Es ist hilfreich, wenn Eltern so flexibel sind, sich den Anforderungen eines jeden Tages zu beugen, sich anzupassen und zu verändern was nötig ist.

2. Seien Sie tolerant, aber setzen Sie auch Grenzen

Berücksichtigen Sie die jeweilige Entwicklungsphase Ihres Kindes und seinen Zustand (das heißt den physischen Zustand – sei es dass Ihr Kind
krank ist oder gerade Zähne bekommt – oder seine Stimmung). Grenzen sind wichtig, damit Ihr Kind sich der Regeln bewusst ist. Erkennen Sie jedoch immer an, was es möchte, auch wenn Sie es das nicht tun lassen oder es nicht bekommen kann, was es möchte. Sie könnten zum Beispiel sagen: „Du möchtest jetzt gleich aus dem Auto springen, aber ich lasse dich das nicht tun, weil es gefährlich ist.“ Wünsche sollten anerkannt und angenommen, aber Regeln
sollten dabei nicht übergangen werden.

3. Seien Sie erreichbar, aber nicht aufdringlich

Erreichbar sein bedeutet, dass Sie bei Ihrem Kind sind ohne zu versuchen ihm zu diktieren, was es tun oder womit es spielen sollte (solange es sicher
ist). Diesen inneren Zustand der Erreichbarkeit, ohne aufdringlich zu sein, muss man erst lernen. Es gibt jedoch einen großen Unterschied zwischen aufmerksamen Eltern, die beobachten, und Eltern, die ihr Kind verlassen. Aufmerksame Eltern sind achtsam und auf das eingestellt, was ihr Kind tut. Sie haben die Entscheidung getroffen, das Kind allein forschen zu lassen und nicht einzugreifen, außer wenn eine Veränderung der Situation, wie die Notwendigkeit weg zu gehen oder schlafen zu gehen, es plausibel macht.

4. Seien Sie geduldig, aber sich selbst treu

Ihre Geduld, auch wenn es manchmal schwer ist, sie zu bewahren, unterstützt Ihr Kind in seinem Wachstum und Selbstvertrauen, indem sie ihm Zeit lässt, seine inneren Prozesse durchzumachen. Wir alle haben jedoch individuelle Stärken und Schwächen. Diese kommen ins Spiel, wenn wir mit unseren Kindern interagieren. Seien Sie so geduldig, wie Sie können, aber seien Sie sich auch der Verhaltensweisen bewusst, die Sie wirklich stören, und fühlen Sie sich frei, darauf zu reagieren. Überlegen Sie erst, wie Sie es dem Kind am besten sagen, aber lassen Sie es die Realität der Situation wissen, indem Sie etwa sagen: „Ich möchte nicht, dass du deine Schuhe auf die Couch setzt. Der Stoff wird schmutzig.“ Oder: „Ich möchte nicht, dass du Essen vom Tisch mitnimmst. Ich möchte, dass du hier am Tisch isst.“ Respektieren Sie die Stellen, an denen Sie selbst verletzlich sind.

5. Seien Sie realistisch, aber konsequent in Ihren Erwartungen

Erwarten Sie nur, was Ihr Kind fertig bringen kann. Wenn es nur krabbeln kann, dann erwarten Sie nicht von ihm, dass es läuft, und helfen Sie ihm auch nicht zu laufen. Drücken Sie konsequent aus, welches Verhalten Sie erwarten – sei es seine Kooperation beim Wickeln oder dass es das Essen auf dem Tisch lässt. Erziehung bedeutet, dass Sie ein bestimmtes Ziel haben und beständig mit Ihrem Kind daran arbeiten, dieses Ziel zu erreichen ohne Gewalt oder Macht anzuwenden. Es ist schwieriger ruhig zu bleiben, wenn Sie müde oder ärgerlich sind. Wenn Sie Ihre eigenen Bedürfnisse konsequent erfüllen (genug Schlaf, Zeit zur Entspannung oder einfach Freizeit von der Versorgung Ihres Kindes zu bekommen), ist es wahrscheinlicher, dass es Ihnen gelingt mit Ihrem Kind
konsequent zu sein.

6. Seien Sie so weise neuen Moden zu widerstehen

Wenn ein neues Buch oder eine neue Idee populär wird, können sich Eltern gedrängt fühlen dies auszuprobieren. Leitmotive unserer Gesellschaft wie „Immer weiter“ und „Je schneller und früher, desto besser“ begünstigen diese Mentalität, sich an Moden zu orientieren. Seien Sie so klug und widerstehen Sie flüchtigen Moden. Einfachheit, Beobachten und Zeithaben ohne Eile veralten nie.

7. Versuchen Sie ein Gleichgewicht zwischen Zeit von besonderer
Qualität für Ihr Kind und auch für sich selbst zu erreichen

Wenn Sie nur geben, werden Sie erschöpft sein. Es ist hilfreich, wenn beide Eltern bei der Begleitung ihres Kindes zusammenarbeiten und so beide auch Zeit für sich selbst haben können. Sie können überlegen, ob Sie für ein paar Stunden eine Pflegeperson anstellen, damit Sie Zeit für sich allein haben können. Oder organisieren Sie mit anderen Eltern wechselseitiges Babysitten. Versuchen Sie Möglichkeiten zu finden, wie Sie sich an Ihrem Kind freuen können, ohne sich ganz zu verausgaben.

8. Versuchen Sie einen Zustand von Selbstrespekt zu erreichen und
erweisen Sie Ihren Kindern den gleichen Respekt

Respektieren Sie Ihre eigenen Stärken und Schwächen ebenso wie Ihre Neigungen und Abneigungen. Machen Sie sich Ihr Leben so leicht und einfach
wie möglich. Dann ist die Wahrscheinlichkeit viel größer, dass Sie Ihr Kind respektieren und bessere Eltern werden. Wenn Sie zufrieden und glücklich sind, werden Sie mit Ihrem Kind eher auf eine gesunde Weise umgehen. Und es ist auch wichtig, dass Sie Ihren Humor behalten.

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