Kaum eine biologische Funktion ist für die Lebenserhaltung wichtiger als das Essen, da wir im Gegensatz zu Pflanzen nicht durch Photosynthese aus Licht und Luft Nahrung ziehen können. Das Atmen geschieht zum Glück von selbst, ebenso wie das Schlafen. Doch das Essen verlangt eine gezielte Tätigkeit von uns, sei es beim Anbau, Sammeln, Jagen, Einkaufen, beim Besuch eines Restaurants oder der anderweitigen Beschaffung einer Reihe von Lebensmitteln, die oft erfordern, dass wir oder andere sie irgendwie zubereiten und miteinander kombinieren, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen.
Als Säugetiere verfügen wir über ein komplex aufgebautes Nervensystem, das sicherstellt, dass wir motiviert sind, Nahrungsmittel zu finden und zu essen (Hunger und Durst), und dass wir merken, wann diese Bedürfnisse befriedigt sind und der Körper bekommen hat, was er momentan braucht, um eine Zeitlang bei Kräften zu bleiben (Sättigung).
Doch in unserer postindustriellen Ära sehen wir das Essen allzu oft als etwas derart Selbstverständliches an, dass wir uns völlig achtlos damit beschäftigen und es mit komplizierten psychologischen und emotionalen Problemen beschweren (die Doppeldeutigkeit ist hier Absicht), die einen einfachen, grundlegenden und wunderbaren Aspekt unseres Lebens verdunkeln und bisweilen gravierend verzerren.