Meditation

Wir brauchen einen "Plan B"

Woher stammt unser Leid, woher kommen Aggression, Hass und Krieg? Begeben wir uns auf die Suche, so ahnen wir bereits: Es liegt an uns, denn Krieg und Frieden beginnen im Herzen und im Geist eines jeden Einzelnen. Wie aber kann es uns gelingen, die Sanftheit unseres Herzens zu erwecken und wahre Zuversicht inmitten der Herausforderungen unseres täglichen Lebens zu finden?

Die Sanftheit unseres Herzens

Die Lehren Buddhas bieten uns auf diese Fragen unendlich wertvolle und fundierte Antworten. Sie erlauben uns, die Verstrickungen unseres konditionierten Geistes auf frische Art und auf neuen Wegen zu untersuchen. Achtsame Praxis ermöglicht uns, im Leben neue Wege zu gehen. 
Dabei geht es nicht darum, ob die Texte in der Tradition des Theravda, des Mahayana oder des Vajrayana stehen. Denn Vipassana, Dzogchen und Zen halten gleichermaßen die Werkzeuge und Herzensqualitäten bereit, derer es bedarf, um zum Leben zu erwachen.
Auch viele unserer Autoren haben sich in ihrem Leben mit Leichtigkeit zwischen den Traditionslinien buddhistischer Praxis bewegt, vertrauend allein auf ihren inneren Kompass, der sie ahnen lässt, an welchen Orten ihnen der wahre Gehalt gelebter Praxis begegnet. 
Ganz in diesem Sinne wenden sich unsere Bücher buddhistischer Praxis zu. Führer auf dem Weg zu Weisheit, die innerhalb ihrer überlieferten Traditionslinie, aber auch weit über sie hinaus von Bedeutung sind. 

Die Sanftheit unseres Herzens – schon bald eine der Grundströmungen westlichen Lebens

Wir sind davon überzeugt, dass buddhistische Praxis in den nächsten Jahrzehnten zu einer der Grundströmungen westlichen Lebens werden wird. Schon jetzt ist die Ausbreitung der Praxis ein Massenphänomen, viele buddhistische Meister gehen davon aus, dass mit dem Eintreffen des Buddhismus im Westen „das vierte Drehen des Dharmarades“ vonstatten geht – dass sich also derzeit eine neue, ganz eigene Kultur und Traditionslinie buddhistischer Praxis im Westen manifestiert. 

Genau hier liegt unser Interesse: Wie kann sich die Praxis der Achtsamkeit inmitten des Lärms und der Wirrungen unseres Alltags bewähren? Es geht um die praktische Umsetzung, die Anwendung von Achtsamkeit in der Arbeit, in Beziehungen, ganz einfach im eigenen, täglichen Leben. 
Norman Fischer, Autor unseres Buches Seinen Platz einnehmen, sagte neulich in einem Interview: „Buddhismus braucht einen Plan B“. Dieser Plan B, das ist der Buddhismus inmitten des Alltags unserer westlichen Lebenswelten. Jon Kabat-Zinn und seine achtsamkeitsbasierten Ansätze in Medizin und Therapie sind uns auf diesem Weg ein leuchtendes Beispiel: Es zeigt uns ganz praktisch auf, wie es gelingen kann, das Herz der Praxis in seiner ganzen Tiefe auf eine der Kernfragen unserer Gesellschaft anzuwenden. Unter Verzicht auf die Rituale fremder Kulturen, bei gleichzeitiger Wahrung der unermesslichen Tiefe der Lehren – als eine Praxis für alle und jeden.


Wenn der Eisenvogel fliegt 
und die Reitpferde auf Rädern rollen, 
dann wird der Mann aus dem Schneeland (Tibet)
seine Heimat verlassen müssen wie die Ameisen
und der Dharma wird die Länder
des rotwangigen Mannes erreichen.

Prophezeiung des Padmasambhava aus dem 8. Jahrhundert