"Ich versuche im Kind den Menschen zu entdecken"
Maria Montessori – Eine große Pädagogin
Über 100 Jahre ist es her, dass Maria Montessori ihre erste Casa dei Bambini eröffnete. Wer war diese Frau, die eine weltumspannende Bewegung begründet hat? Wie kam sie zur Pädagogik und wie war ihr eigenes Leben mit ihren Ideen verbunden? Wir begeben uns auf eine Spurensuche...
"Viele, die mich nicht verstanden haben, glauben, ich sei eine sentimentale Romantikerin, die nur davon träume, Kinder zu sehen, sie zu küssen, ihnen Märchen zu erzählen, dass ich Schulen besuchen möchte, um ihnen zuzusehen, sie ans Herz zu drücken und ihnen Karamellen zu schenken. Sie ermüden mich! Ich bin eine streng wissenschaftliche Forscherin, kein literarischer Idealist wie Roussseau. Ich versuche im Kind den Menschen zu entdecken, in ihm den wahren menschlichen Geist, den Plan des Schöpfers: die wissenschaftliche und religiöse Wahrheit zu sehen. Zu diesem Zwecke wende ich meine Studienmethode an, die das Wesen des Menschen respektiert. Ich brauche den Kindern nichts beizubringen. Sie sind es, die mich belehren, wenn man sie in eine günstige Umgebung bringt, sie offenbaren mir, solange ihre Seelen noch nicht verunstaltet sind, spirituelle Geheimnisse."
Maria Montessori © wikixxxxx
Dieses Zitat von Maria Montessori stammt aus der Zeit nach dem Tod ihrer Mutter, in der sie auch die religiöse Erziehung als eigenes Kapitel in die Neuauflage ihres ersten Buches Il Methodo aufgenommen hat. Maria Montessoris Mutter war in den Anfängen eine wichtige Begleiterin der Tochter auf einem ungewöhnlichen Weg. Geboren wurde Maria im Jahr der staatlichen Einigung Italiens 1870 in der Provinz Ancona. Ihr Vater war ein eher konservativer Finanzbeamter, ihre Mutter stammte aus einer Gutsbesitzerfamilie und war Enkelin des berühmten Naturwissenschaftlers Antonio Stoppani, einem liberalen und fortschrittlichen Mann. Die Mutter war hoch gebildet und unterstützte ihre Tochter dahingehend, dass sie einen Beruf erlernen wollte und sich nicht nur gut verheiraten, wie es für ein Mädchen üblich war.
Die Kindheit und Jugend: friedensstiftend und untypisch
Über Marias Kindheit ist nicht viel bekannt, eine Anekdote illustriert ihre friedensstiftende Funktion. So stellte sie bei einem Streit ihrer Eltern einen Stuhl zwischen die beiden und legte deren Hände ineinander. Und als sie einmal schwer krank war, sagte sie zu ihrer Mutter: "Mach dir keine Sorgen, Mutter, ich kann nicht sterben, ich habe noch viel zu tun."
Eine weitere Anekdote aus ihrer Schulzeit verdeutlicht, dass sie schon als Kind die gebräuchlichen Lehrmethoden fragwürdig fand. Die Schule wie auch das Studium basierten nur auf dem Auswendiglernen. Als Maria einmal die Biografien berühmter Menschen auswendig lernen musste, sagte sie dem Lehrer, sie werde nicht berühmt werden, um zukünftigen Schülern das Auswendiglernen einer weiteren Biografie zu ersparen.
Seit Marias fünftem Lebensjahr lebte die Familie in Rom. Nach der Grundschule besuchte Maria eine naturwissenschaftlich-technische Sekundarschule, deren Abschluss sie zum Hochschulstudium qualifizierte. Diese Schola Tecnica zu besuchen war für ein Mädchen völlig ungewöhnlich, aber Maria wollte gerne Ingenieurin werden, ein Männerberuf. Sie war sehr gut in Mathematik und trug sogar bei Theateraufführungen ein Mathebuch mit sich herum. Von ihrer Mutter wurde sie unterstützt, während der Vater diese modernen Gedanken eher zweifelhaft fand.
Das Studentendasein: selbstbewusst und kämpferisch
Maria Entschluss änderte sich kurz vor Beginn des Studiums, im Alter von 20 Jahren. Sie möchte Medizin studieren und Ärztin werden. Aber auch dieser Beruf ist den Männern vorbehalten, es gibt in Italien keine einzige Ärztin.
Ihr Vater verbietet ihr das Studium zwar nicht, distanziert sich aber von ihr. 1890 schreibt sie sich als Studentin der Mathematik, Physik und Naturwissenschaften ein um ein Zertifikat zu erwerben, mit dem sie Medizin studieren könnte. Sie benötigt die Fürsprache und die Unterstützung verschiedener Instanzen (angeblich hat sich sogar Papst Leo XIII. für ihre Zulassung ausgesprochen) um das Studium zu beginnen.
Wenn sie, endlich Medizinstudentin, durch die Gänge der Universität geht, rufen die männlichen Studenten: "Buh", aber Maria ist das gleichgültig. Sie gibt verächtliche Kommentare ab und besticht durch herausragende Leistungen, nur an den Sezierkursen darf sie nicht teilnehmen. Sie muss die Anatomielektionen abends alleine wiederholen und sie gibt einem Wärter Geld, damit er raucht, da sie sich vor dem Konservierungsmittelgestank der Leichen ekelt. Sie gewinnt Preise, bekommt eine Assistentenstelle in einer Klinik und spezialisiert sich in den beiden letzten Jahren vor dem Examen auf Kinderheilkunde.
Ihre Doktorarbeit beschäftigt sich mit klinischen Problemen des Verfolgungswahns. Jeder Doktorand muss als Abschluss einen Vortrag halten und zu Marias Vortag werden zahlreiche Zuhörer erwartet, die sich einen Skandal erhoffen. Marias Vater wird von einem Freund in der Stadt auf den Vortrag angesprochen, aber der Vater, der das Treiben seiner Tochter ignoriert hat, weiß gar nicht, wovon die Rede ist. Er lässt sich überreden, mitzukommen und erlebt einen triumphalen Auftritt Marias, die ihr Thema brilliant vorträgt.
Endlich, als alle dem Vater zu seiner Tochter gratulieren, kann er ihre Leistung anerkennen. Marias Promotionsurkunde muss handschriftlich abgeändert werden, da der Vordruck nur männliche Absolventen vorsieht. Die Presse Roms berichtet über die erste Dotoressa Italiens.
Die Dotoressa geht ihren Weg
Nach ihrer Promotion wird Maria Assistenzärztin und eröffnet ihre eigene Praxis. Sie hält Vorträge über Emanzipation auf dem Internationalen Frauenkongress in Berlin, beschäftigt sich mit Anthropologie und Pädagogik und fordert auf dem nationalen Pädagogenkongress 1898 die Beseitigung der sozialen Missstände durch Schulreformen. Sie arbeitet an der Psychiatrischen Klinik der Universität Rom und entwickelt aus den Arbeiten der französischen Ärzte Itard und Séguin die Konsequenz einer Erziehung des Intellekts durch die Schulung der Sinne.
Sie wird Mitglied der Liga für behinderte Kinder und reist in deren Auftrag durchs Land um Vorträge zu halten. Sie erhält eine Dozentur am Lehrerinnenausbildungsinstitut in Rom und wird Leiterin eines neu eröffneten Medizinisch-Pädagogischen Instituts mit Modellschule zur Ausbildung von Lehrern für geistig behinderte Kinder.
1898 wird ihr Sohn Mario geboren. Der Vater ist Marias Mitarbeiter Dr. Giuseppe Montesano, mit dem sie an der Klinik und am Institut eng zusammenarbeitet, den sie jedoch nicht heiratet. Maria zieht Mario nicht selbst auf, sondern gibt ihn aufs Land zu Bekannten, erst 1913 kann sie ihn zu sich nehmen und bis zu ihrem Tod bleibt er ein enger Vertrauter und Organisator ihrer Bewegung. Marias Biografin Kramer schreibt:
"Da sie die Erfahrung missen musste, ihr eigenes Kind zu versorgen, wandte sie ihre Aufmerksamkeit immer mehr den Möglichkeiten zu, den Bedürfnissen anderer Kinder gerecht zu werden."
Es kommt zum Bruch mit Montesano und sie verlässt das Institut, studiert neben ihrer Arbeit Pädagogik, Experimentalpsychologie und Anthropologie. Seit 1902 hält sie Vorlesungen am Pädagogischen Institut der Universität Rom und veröffentlicht Fachartikel.
Der Grundstein für die weltumspannende Montessori-Bewegung: Das Casa dei Bambini
Die Eröffnung der ersten Casa dei Bambini 1907 im Armenviertel San Lorenzo legt den Grundstein für die weltumspannende Montessori-Bewegung. Bei ihrer Beschäftigung mit geistig zurückgebliebenen und behinderten Kindern und in Auseinandersetzung mit Itard und Séguin hat sie das didaktische Material verfeinert und systematisiert und die Funktion dieser Materialien auch auf die Erziehung nicht behinderter Kinder übertragen. Sie bemüht sich, das Kinderhaus kindgerecht einzurichten. Die Türgriffe sind so niedrig, dass Kinder sie greifen können, es gibt kleine Möbel, Kommoden mit Schubfächern für jedes Kind, Bilderschmuck an den Wänden und Topfpflanzen. Dinge, die für uns heute selbstverständlich sind. Jedes Kind kann sich frei verhalten und gemäß seinen Wünschen aktiv werden. Die Betreuung respektiert die Würde des Kindes. Sie lenkt nicht, vermittelt höchstes Anregungen.
Das Sinnesmaterial wird weiter verfeinert und optimiert, um dem Kind zu ermöglichen, mit seinen Sinnen, seiner Motorik und seiner geistigen Kraft zur „Polarisation der Aufmerksamkeit“ zu kommen. Wie wichtig ein Moment höchster Konzentration für ein Kind ist, wurde Maria, laut einer Anekdote, bei einem Spaziergang am Abend durch den Park deutlich. Dort sah sie eine arme Bettlerin, deren Kind selbstvergessen mit bunten Papierfetzen spielte. Das Sinnesmaterial ist so konstruiert, dass das Kind sich selbst überprüfen kann und nicht vom Betreuer verbessert werden muss. Maria beobachtet die Kinder, protokolliert und verbessert. Die erste Casa dei Bambini, die Montessori selbst leitet, ist so erfolgreich, das weitere Gründungen folgen.
1909 veröffentlicht sie ihr erstes Buch Il Metodo della Pedagogia Scientifica applicato all'educazione infantile nelle Case dei Bambini (dt. Die Methode der wissenschaftlichen Pädagogik, angewandt in der Erziehung des Kindes in der Casa dei Bambini). Auf Deutsch erscheint das Buch vier Jahre später unter dem Titel Selbsttätige Erziehung im frühen Kindesalter, heute heißt es Die Entdeckung des Kindes. Mit dem Erfolg des Buches beginnt der Siegeszug ihrer Methode und die internationale Ausbreitung von Kinderhäusern und Montessori-Schulen.
Die zweite Lebenshälfte: Verbreitung der Ideen
Maria schreibt Bücher und Artikel, reist viel, hält Vorträge, bildet aus. Sie weitet die Methode auf andere Altersstufen und Bereiche aus, so z.B. die Didaktik der religiösen Erziehung und entwickelt neue Materialien für die Schule. Vor allem schafft sie in ihren Büchern eine umfassende Erziehungstheorie. Sigurd Hebenstreit merkt dazu an:
"Vielleicht werden in fünfzig oder hundert Jahren die Montessori-Materialien nur noch eine unwichtige Randerscheinung in der Didaktik und Methodik sein (...) aber sicher wird auch dann noch ihre Erziehungsphilosophie gelesen werden und ihre Gedanken werden für kommende Pädagogengenerationen ähnlich anregend sein wie die Schriften Rousseaus, Pestalozzis, Fröbes..."
1909 entsteht das erste Kinderhaus außerhalb Italiens. Ein erster Ausbildungskurs wird von Maria durchgeführt, um Lehrkräfte für die schnell wachsende Anzahl an Kinderhäusern und Schulen zu gewinnen. Ihr geht es darum, dass Eltern und Erzieher die grundsätzliche Andersartigkeit des Kindes verstehen und sehen. Sie selbst sagt dazu:
"Um zum Verständnis der Wünsche des Kindes zu gelangen, müssen wir es wissenschaftlich erforschen, denn seine Wünsche sind oft unbewusst. Sie sind der innere Schrei des Lebens, das sich nach geheimnisvollen Gesetzen zu entfalten wünscht"
Nur wenn sie die Brille ihrer erwachsenen Vorurteile absetzen, können sie das Kind in seinem Wesen erkennen
1911 gibt Maria ihre Arztpraxis und die Dozentur an der Universität Rom auf, um sich ganz der Verbreitung ihrer Idee zu widmen. Überall in der Welt werden Kinderhäuser gegründet, Maria hat zahlreiche Anhängerinnen und Anhänger, jedoch keine wirkliche Vertraute, da alle in ihrem Umfeld ihre Schülerinnen sind. Seit dem Tod der geliebten Mutter trägt sie nur noch Schwarz. Ihre Vorträge hält sie ohne Skript, niemals hält sie den selben Vortrag zweimal. 1916, mitten im ersten Weltkrieg siedelt sie nach Barcelona um, das noch viele Jahre ihr Wohnsitz bleiben wird. Später zieht ihr Sohn Mario mit seiner Familie zu ihr.
Es entstehen Montessori-Gesellschaften, die sich 1929 schließlich zu einer Internationalen Vereinigung zusammenschließen. Nur wer bei ihr selbst einen Kurs besucht hat, darf sich mit dem Namen schmücken.
1924 kommt es zur persönlichen Begegnung mit Mussolini und der faschistischen Diktator, der sich davon einen Zugewinn an internationalem Prestige verspricht, belebt die Montessori-Bewegung in Italien neu. Dieses unrühmliche Kapitel endet nach zwei Jahren als die faschistische Ideologie immer totalitärer wird und die Kinder die faschistische Jugenduniform tragen müssen. Maria beendet die Zusammenarbeit. Dass ihr Erziehungskonzept, das die Freiheit jedes einzelnen Menschen betont, nicht mit der faschistischen Ideologie zusammen passt, hat man im Nazi-Deutschland schnell erkannt. Nach 1933 werden Montessori-Einrichtungen geschlossen und ihre Bücher sowie ihr Bild öffentlich verbrannt.
Mit 66 Jahren verlässt sie Spanien aufgrund des Bürgerkrieges, muss ihre Habseligkeiten zurücklassen und siedelt um in die Niederlande, nach Amsterdam.
Der "Ruhestand": Beflügelt vom Frieden
1939 reist Maria mit ihrem Sohn nach Indien um einen Ausbildungskurs abzuhalten. Doch der Weltkrieg durchkreuzt die Pläne zur Rückkehr: da Indien unter englischer Kolonialherrschaft steht und England sich gegen Deutschland und Italien gestellt hat, werden Italiener in Indien verhaftet, so auch Marias Sohn. Erst zu ihrem 70. Geburtstag wird er als „Geschenk“ des indischen Vizekönigs freigelassen. Er lebt von da an bis 1946 mit seiner Mutter zusammen in Indien. Beide können sich frei bewegen, dürfen das Land aber nicht verlassen. Die Montessoris treffen Tagore, Gandhi und Nehru, führen in verschiedenen Teilen Indiens und Kaschmirs Ausbildungslehrgänge durch und gründen eine Montessori-Schule. Ihr beider Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Erarbeitung einer Konzeption zur Kosmischen Erziehung, einem Bildungskonzept, das natur-, sozialwissenschaftliche und religiös-moralische Perspektiven zu integrieren versucht.
Als sie nach Europa zurückkehren machen die zerbombten Städte Maria klar, dass sie den Aspekt des Friedens in ihrer Erziehungsphilosophie nicht genug betonen kann. In der Beziehung zwischen Erwachsenem und Kind, aber auch zwischen Erzieher und Kind und im gesamten Schulkonzept müssen die Machtstrukturen aufgelöst werden, damit endlich Frieden entstehen kann. Damit Erziehung zu einer „Waffe des Friedens“ werden kann, müssen die Pädagogen unbedingt auf ihre Macht verzichten. So wie die Erziehung bis jetzt auf Tadel und Entmutigung ausgerichtet ist und die Schule auf Konkurrenz, kann der Frieden nicht fruchten. Der Aspekt der Brüderlichkeit ist dabei nicht zu unterschätzen. Mit Maria Montessoris Worten:
"Wir alle bilden einen einzigen Organismus, eine einzige Nation... es ist widersinnig, zu meinen, dass der Mensch... ein Holländer, ein Franzose, ein Engländer oder ein Italiener sein sollte. Er ist der neue Bürger der Neuen Welt: der Bürger des Universums."
Sie reist fast ununterbrochen z. B. nach Indien, Sri Lanka, Pakistan, durch die skandinavischen Länder, nach Österreich, 1950 ist sie Mitglied der UNESCO-Konferenz in Florenz. Unermüdlich ist sie bis in ihre letzten Jahre auch schriftstellerisch tätig.
Die höchste Ehre können sie mir erweisen, wenn sie dahin schauen wohin ich deute
Zu ihrem Lebensabend wird Maria Montessori mit Ehrungen überhäuft: das französische Kreuz der Ehrenlegion wird ihr vom Rektor der Sorbonne in Paris überreicht und in Perugia, Ancona, Mailand wird sie zur Ehrenbürgerin ernannt. Der italienische 1000-Lire-Schein wird mit Montessoris Portrait gestaltet. Hoch geehrt wird sie auch in den Niederlanden, wo ihr letzter Wohnsitz in Nordwijk aan Zee ist und sie auch schließlich begraben wird. Ihre Nominierung zum Friedensnobelpreis bleibt leider ohne Folgen, zeigt aber doch, dass Maria Montessori als Kosmopolitin der Pädagogik und des Friedens ihren festen wie verdienstvollen Platz in der Geschichte gefunden hat. Auf der letzten internationalen Montessori-Konferenz, an der sie noch teilnimmt, sagt Maria Montessori nicht ohne Ironie in ihrem Schlusswort:
"Bei der großen Ehrung, die sie mir erwiesen haben, meine Damen und Herren, ist mir ein Gleichnis eingefallen. Haben Sie schon einmal beobachtet, wie ihr Hund sich verhält, wenn Sie ihn auf etwas aufmerksam machen wollen? Er blickt nicht in die Richtung, in die sie weisen, sondern starrt auf ihren ausgestreckten Zeigefinger. Darf ich Ihnen sagen, dass sie etwas ganz ähnliches tun, wenn Sie mir so viel Beachtung schenken? Seit nunmehr 40 Jahren deute ich auf jemand hin – Sie aber sehen gewissermaßen meinen Finger an und sagen vielleicht: „Was für einen hübschen Finger sie hat, und was für schöne Ringe sie trägt“. Die höchste Ehre aber und die tiefste Dankbarkeit können Sie mir erweisen, wenn Sie dahin schauen, wohin ich deute – auf das Kind."
Noch an ihrem Todestag, mit 81 Jahren, plant sie, mit Mario Montessori nach Ghana zu gehen, um den dortigen Kinder zu helfen. Ihr Sohn sagt dazu:
"Ich ging aus dem Zimmer. Als ich zurückkam, war Mutter tot. Aber sie wäre nach Ghana gegangen – oder an jeden anderen Ort der Welt, wo sie von Kindern gebraucht wurde."
Bücher von Maria Montessori (Auswahl):
Selbsttätige Erziehung im frühen Kindesalter
Das kreative Kind
Der absorbierende Geist
Kinder sind anders
Kosmische Erziehung
Die Macht der Schwachen
Zum Weiterlesen:
Sigurd Hebenstreit: Maria Montessori, eine Einführung in ihr Leben und Werk
Helmut Heiland: Maria Montessori
Rita Kramer: Maria Montessori, Leben und Werk einer großen Frau
Erschienen in der Zeitschrift "Mit Kindern wachsen", Ausgabe:


